Sporttage statt Videomarathon

In der letzten Woche vor den Sommerferien finden am PIH die „Sporttage“ statt. Insbesondere durch ihre Vielseitigkeit sind die Angebote bei den Schüler*innen sehr beliebt. Die Schüler*innen haben die Möglichkeit verschiedene Sportarten auszuprobieren und sich so, unter optimalen Bedingungen, einen aussagekräftigen Eindruck von den verschiedenen Angeboten einzuholen.

Alle Ideen für verschiedene Aktivitäten kommen hierbei aus dem Kollegium und werden pädagogisch aufbereitet, damit möglichst viele Schüler*innen profitieren können. Die Sportlehrer*innen sind dabei an wechselnden Angeboten interessiert, um das Interesse auf Seiten der Schüler*innen hochzuhalten. Auch Sportarten, die außerhalb der Schule unter realistischen Bedingungen angeboten werden können, sind herzlich willkommen.

So konnte dieses Jahr das 1. Viernheimer Karate Dojo mit der Trainerin Eblina Kelmendi gewonnen werden, um an zwei Tagen mit unseren Schüler*innen einen Karatelehrgang durchzuführen. Das 1. Karate Dojo in Viernheim ist überregional für seine erfolgreiche Jugendarbeit bekannt und konnte auch bei der diesjährigen deutschen Meisterschaft am 09.06.2019 in Bochum mehrere Platzierungen auf der Siegertreppe erreichen. Die junge sympathische Trainerin „Ebi“ ist selbst eine erfahrene Wettkämpferin und blickt bereits auf nennenswerte Erfolge zurück, so wurde sie u.a. 2017 Junioren-Europameisterin.

Unsere Anfrage, einen Lehrgang für Schüler*innen mit und ohne Hörschädigung anzubieten, beantwortete sie sofort mit großem Interesse.

Nachdem die Schüler*innen den ersten Rundgang im Dojo beendet hatten, wurden sie mit den Ritualen und Regeln, dem Dojokun, vertraut gemacht. An verschiedenen Stationen wurden einige japanische Begriffe für den Angruß gelernt, aber vor allem wurde auch das Zählen auf Japanisch als Vorbereitung auf das Training geübt.

Wie es beim traditionellen Karate üblich ist, lernten die Schüler*innen als erste Basistechnik den Fauststoß (Zuki). Nach einigen Wiederholungen kam mit dem Fußtritt (Mae-Geri) eine weitere wichtige Technik dazu. Nach einer ersten Pause folgte eine weitere fordernde Einheit, bei der die Schüler*innen spielerisch die Stände Zenkutsu-Dachi (Vorwärtsstellung) und Kiba-Dachi (Reiterstellung) einübten. Obwohl der koordinative Anspruch stetig stieg hatte die komplette Gruppe viel Spaß an der Intensität und gab Alles.

Vor der nächsten Pause wurden die Basistechniken miteinander verbunden und die Gruppe blieb ständig in optimal dosierter Bewegung. Danach probierten die Schüler zum „Cool-down“ Karatenanzüge (Gi) an und versuchten sich im Gürtelbinden. Selbstverständlich durfte hierbei auch ordentlich gepost werden.

   

  

Die Abschlusseinheit bestand aus der Anwendung des Gelernten im Partnertraining. Dazu kamen die Pratzen (Schützer) zum Einsatz, um ein Gefühl für die Technik zu bekommen, aber natürlich auch um sich zu schützen. Denn das haben alle bei diesem Lehrgang gelernt: Karate ist ein defensiver Sport und die Sicherheit bei der Ausübung steht über allem! 

Der Lehrgang wurde bei ca. 35°C eine schweißtreibende Erfahrung für alle Beteiligten, aber die Schüler*innen quittierten den tollen Lehrgang mit unermüdlichem Trainingseifer und waren am Ende der 5 intensiven Stunden immer noch voller Energie und bombardierten Ebi mit ihren Fragen, auf die diese gerne einging.

Frank Landes

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